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09.02.2005

Weidling bedruckt alle möglichen Dinge des Alltags

Berliner Abendblatt vom 9. Februar 2005

Neukölln. Die Weidling GmbH, eine seit zweieinhalb Jahren in dem kleinen Industriegebiet an der Sonnenallee ansässige hochmoderne Spezialdruckerei, freute sich Ende Januar über den Besuch des Bezirksbürgermeisters. Heinz Buschkowsky wiederum hatte das Vergnügen, einen der seltenen Fälle gelungener Gewerbeansiedlungen in Augenschein nehmen zu können.


Haben Sie sich schon mal gefragt, wie zum Beispiel die Schriften auf ihr Handy oder die Kamera kommen? Wie Pleuelstangen von Modell-Lokomotiven produziert werden oder wie die Angaben auf das künstliche Hüftgelenk gekommen sind, aus denen die Ärzte ersehen, ob sie auch das richtige Teil implantieren? Die Antwort: Die industriellen Kennzeichnungen erfolgen per Sieb-, Formkörper-, Tampondruck und Ätztechnik. Und das mit modernstem Equipment bei der Firma Weidling in der Sonnenallee 224 c, in dem kleinen Gewerbegebiet, das direkt hinter dem S-Bahnhof Sonnenallee entstanden ist.


Seit er seine Firma 1983 gründete, setzt Bernd Weidling modernste Maschinen für immer kompliziertere Fertigungsverfahren ein, und sein Sohn, der Diplombetriebswirt Christian Weidling, der die Geschäfte inzwischen übernommen hat, hält es nicht anders. Begann es anfangs mit dem Formkörperdruck und Ätzen von kleinen, oft filigranen Metallteilen, wird heute oft mit Lasern beschriftet und geschnitten. Und da das nicht viele Betriebe können, hat Weidling inzwischen 35 Beschäftigte, darunter drei Azubis, die sich nebenbei Hoffnung machen können, auch einmal übernommen zu werden.


Die Kundschaft ist natürlich ebenso gemischt wie die Produkte, die Weidling fertigt; sie reicht vom Ein-Mann-Betrieb bis zum Weltkonzern. So haben zum Beispiel viele von uns ein Handy, dessen Beschriftung in der Sonnenallee oder in Rathenow, wo die Firma ein zweites Standbein hat, aufs Gerät gedruckt wurde. Geliefert werden aber auch einzelne Stücke - und natürlich Serien, bei denen jedes Exemplar anders aussehen muss. Typenschilder zum Beispiel mit fortlaufender Numerierung werden nur per Laser hergestellt - drucken kann man schließlich immer nur dasselbe.


Eine andere Produktionsschiene ist die Herstellung technischer Formätzteile. Darunter können sich die meisten auch nichts vorstellen, aber gesehen hat sie dennoch schon jeder: In vielen technischen Apparaten werden nämlich Teile eingebaut, die viel zu kompliziert sind, um sie aus Blech auszustanzen. Statt dessen werden sie bei Weidling mit einer fotoempfindlichen Schicht versehen und anschließend wird weggeätzt, was rausguckt. Das Ergebnis sind zum Beispiel Lochmasken oder Teile von solch komplizierter Form, dass man sich fragt, wie diese wohl ausgestanzt wurden. Und arbeiten können die Maschinen dabei auf hundertstel Millimeter genau.


Die Arbeitsgebiete der Firma sind also weit gefächert - und an dem Standort in Neukölln können die unterschiedlichen Fertigungsverfahren optimal angewendet werden - auch das gibt es in Neukölln

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