Ätztechnik
Allgemein
Das Formätzen mit einer Säure im beidseitigen Sprühverfahren ist eine flexible und kostengünstige Alternative, vor allem zum klassischen Feinstanzen von Dünnblechen. Aber auch bei Klein- und Nullserien ist die Ätztechnik bei einer Vielzahl von Anwendungen die wirtschaftlichste Produktionsvariante.
Verfahren
Durch den Einsatz einer Säure, bei der Weidling GmbH mittels Eisen-III-Chlorid (FeCl3), wird aus dem Ätzbogen die Kontur des Teiles im Mehrfachnutzen ausgeätzt. Zuerst wird das Material beidseitig mit einer UV-lichtempfindlichen Schicht versehen. Nachdem das Material in die lithografisch hergestellte Filmtasche geschoben wurde, erfolgt die beidseitige Belichtung. Nach Abschluss der beiden Zwischenschritte, Entfernen der unbelichten Stellen mittels verdünnter Lauge sowie Retusche, wird der vorbereitete Mehrfachnutzen in der auf beiden Seiten gleichzeitig arbeitenden Sprühätzmaschine geätzt. Nach dem Entfernen der ätzresisten Schicht wird der Ätzprozess mit der Qualitätskontrolle abgeschlossen.
Vorteile
Die großen Vorteile des Ätzverfahrens sind die geringen Werkzeugkosten und die kurze Fertigungszeit. Aber auch die hohe Genauigkeit (Toleranzen) und die Möglichkeit die Materialstärke partiell zu reduzieren (Anätzung), sind Alleinstellungsmerkmale des Ätzens. Beim Ätzen werden die Werkstoffeigenschaften nicht beeinflusst. Bei der Weidling GmbH ist aufgrund der speziellen Maschinenkonstruktion der Ätzanlagen eine Anbindung der Formteile, soweit keine weitere galvanische Verarbeitung erfolgt, nicht erforderlich. Die Lieferung der planen Teile erfolgt dann absolut gratfrei und frei von Ölen und Fetten in einer luftdichten und stoßsicheren Umverpackung.
Materialien
Als Materialien kommen vor allem Kupferlegierungen und Edelstahl zur Verwendung. Der Schwerpunkt in der industriellen Produktion liegt bei Materialstärken von 0,05 bis 0,5 mm. Die standardisierte Verarbeitungsbreite von Coil- und Plattenware liegt bei 300 mm. Das Arbeitsformat ist materialabhängig und wird auftragsspezifisch zugeschnitten bzw. abgelängt.
- Messing (CuZn37)
- Neusilber (CuNi18Zn20)
- Bronze (CuSn6)
- Kupfer (Cu)
- Nickel (Ni)
- Kupferberylium (CuBe)
- Edelstahl (1.4301 / X5CrNi18-10, 1.4310 / X10CrNi18-8)
- metallische Sonderwerkstoffe
Anwendungen
Das Anwendungsgebiet des Ätzverfahrens ist branchenübergreifend. Vor allem in der Medizintechnik, Elektro- und Telekommunikationstechnik, beim Modellbau, aber auch in der Automobilindustrie und in der Schilderfertigung besteht ein großer Bedarf an Lösungen unter Einsatz des Ätzverfahrens. Typische Formätzteile, unter Berücksichtigung der jeweiligen speziellen Materialeigenschaften, sind Abschirmbleche, EMV-Gehäuse, Federn, Scheiben, Leadframes, Kontaktgeber, Dichtungen, Gitter, Gase, Deckel und Bügel.
Maschinenpark
- Sprüh-Ätzmaschine Typ KL theoretisches max. Format 500x700 mm (Übergrößen auf Anfrage)
- Sprüh-Ätzmaschine Typ CC theoretisches max. Format 500x700 mm
- Vakuum-Belichter Typ OLEC, Leistung 5000 Watt